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Crowdfunding & Steuer

Steuern

Die Einnahmen aus Crowdfunding (die von der Crowd zur Verfügung gestellte Kapitalsumme plus ggf. Erträge aus dann folgenden Verkäufen von Produkten oder Dienstleistungen) sind zumeist steuerpflichtig. Daher ist es ggf. wichtig, Steuern als Teil des Crowdfunding-Budgets einzuplanen. Es ist ratsam, vor einer Crowdfunding-Kampagne darüber mit einem Steuerberater zu sprechen. 

Wer zahlt welche Steuer?

Einzelunternehmer

  • Reward-Based Crowdfunding: Sie müssen für Einnahmen, die sie mit Hilfe des Reward-Based Crowdfunding erzielt haben, Umsatzsteuer abführen und die Einnahmen außerdem im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung, ggf. sogar im Rahmen der Gewerbesteuer versteuern. Sie sind verpflichtet, für Gegenleistungen, die sie an die Geldgeber verkaufen, Umsatzsteuer  in Rechnung stellen. Die ist im Rahmen der regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldung oder der Umsatzsteuer-Jahreserklärung an das Finanzamt abzuführen.
  • Crowdinvesting oder Crowdlending: Auf Eigenkapital (durch Crowdinvesting) bzw. Darlehen (durch Crowdlending) wird keine Steuer erhoben. Für etwaige Zahlungen an die Geldgeber (Zinsen, Dividenden) ist aber unter Umständen Kapitalertragsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

  • Reward-Based Crowdfunding: Die Gesellschaft muss für Einnahmen mit Hilfe des Reward-Based Crowdfunding Umsatzsteuer abführen. Für Gegenleistungen, die sie an die Geldgeber verkauft, hat sie zudem Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen, die im Rahmen der regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldung oder der Umsatzsteuer-Jahreserklärung an das Finanzamt abzuführen ist. Die Gesellschafter müssen die anteiligen Gewinne im Rahmen ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung versteuern.

  • Crowdinvesting oder Crowdlending: s.o.

 UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH

  • Reward-Based Crowdfunding: Die Gesellschaft muss für Einnahmen mit Hilfe des Reward-Based Crowdfunding Umsatzsteuer abführen. Für Gegenleistungen, die sie an die Geldgeber verkauft, muss sie zudem Mehrwertsteuer in Rechnung stellen, die sie im Rahmen der regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abführen muss. Für die Gesellschaft fallen zudem auf ihre Gewinne Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer an.
  • Crowdinvesting oder Crowdlending: s.o.

Gemeinnütziger Verein

  • Donation-Based Crowdfunding: Wenn der Verein z. B. im Rahmen seines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs unternehmerisch tätig ist (Veranstaltungen, Bewirtungen, Lotterien usw.), ist er umsatzsteuerpflichtig (aber nur, wenn die Einnahmen daraus im Jahr mindestens 35.000 ¤ betragen). In diesem Fall muss er auch für Einnahmen mit Hilfe des Donation-Based Crowdfunding Umsatzsteuer abführen. Seine Einnahmen sind dann außerdem körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig.  

Ausnahmen von der Umsatzsteuer

Kleinunternehmer: Ein Kleinunternehmer, dessen Umsatz im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird und der im Jahr zuvor nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz gemacht hat, ist von der Erhebung der Umsatzsteuer befreit. Gleichzeitig muss er alle Rechnungen ohne Umsatzsteuer stellen und kann folglich auch keine Vorsteuer geltend machen. 

Kein Unternehmer: Unternehmer im Sinne des Steuerrechts ist man, wenn man dauerhaft zur Erzielung von Einnahmen tätig ist. Wer also Crowdfunding als Einnahmestrategie für die Herstellung und den Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung betreibt, der gilt für das Finanzamt als Unternehmer. Mit einer einmaligen Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung eines privaten Projektes wird man aber regelmäßig noch nicht zum Unternehmer.

 

In Zusammenarbeit mit

Dr. Petra Eckl, Rechtsanwältin,Steuerberaterin und Partnerin/Dominik Berka, Rechtsanwalt und Dipl.-Finanzwirt, GSK STOCKMANN + KOLLEGEN, Frankfurt am Main; Maik Czwalinna, Steuerberater, Berlin.