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Crowdinvesting (Equity-Based Crowdfunding)

Beim Crowdinvesting beteiligen sich Investoren und/oder Kleinanleger an Start-ups. Sie erwarten dafür einen Anteil am Gewinn oder Unternehmenswert. Dabei geht es in der Regel um innovative Unternehmen. Es werden zunehmend aber auch Film- und Immobilienprojekte oder auch Projekte rund um das Thema Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien finanziert. 

Zweck: Es werden Kapitalgeber gesucht, die sich am Erfolg eines Unternehmens beteiligen wollen. Es ist dem Kauf oder Verkauf von Stammaktien an einer Börse oder der Aufnahme von Risikokapital ähnlich. Beim Crowdinvesting handelt es sich in der Regel um stille Beteiligungen, Genussrechte oder um partiarische Nachrangdarlehen.

Gegenleistung: Die Geldgeber erwarten einen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens oder Projekts

Höchstbetrag: in der Regel 2,5 Mio. Euro bei Anlagen ohne Prospekt; mehr als  2,5 Mio. Euro bei Anlagen mit Prospekt

Beitragshöhe für Geldgeber: in der Regel Mindestbetrag: 5 Euro, in der Regel aber 250 Euro; Höchstbetrag: 10.000 Euro für Privatpersonen, für Kapitalgesellschaften unbegrenzt

Sicherheiten: in der Regel nicht erforderlich

Vorgehensweise: Der potenzielle Geldnehmer muss sich bei einer spezialisierten Crowdinvesting-Plattform bewerben. Das Procedere unterscheidet sich dann von Plattform zu Plattform genauso wie die Zielgruppe, die die Betreiber ansprechen: Die einen arbeiten branchenunabhängig, andere setzen auf technologieorientierte, schnell wachsende und renditestarke Start-ups, wieder andere auf kleine gewerbliche Vorhaben. Einige Online-Plattformen bündeln die Beteiligungen, so dass die Projekte oder Start-ups nur einen einzigen Beteiligungsvertrag mit dem Betreiber der Online-Plattform abschließen. Gemeinsam ist allen, dass die Gründungs- oder Vorhabenskonzepte vorab von den Betreibern geprüft werden.

Risiken: Crowdinvesting ist eine Hochrisikokapitalanlage. Im Klartext: Ein Investor kann sein gesamtes über das Nachrangdarlehen eingesetztes Geld verlieren, wenn das unterstützte Start-up oder Unternehmen insolvent ist. 

Praxistipps

Vor der Kampagne: Crowdinvesting wird in der Regel von Kapitalgesellschaften genutzt, nicht von Einzelunternehmern, GbRs oder anderen Gesellschaftsformen.

  • Crowdinvesting eignet sich nur bedingt für die Finanzierung von Projektideen. Es ist in der Regel nur dann sinnvoll, wenn eine Unternehmensidee schon soweit ausformuliert ist, dass den Investoren die Ertrags- und Renditechancen plausibel dargestellt werden können.
  • In der Regel fordern die Investoren umfangreiche Informationen ? zum Team, zum Geschäftsplan, zur Entwicklung des Unternehmenskapitals, zu vorhandenen Patenten oder andere Arten des geistigen Unternehmenseigentums. All diese Informationen wird auch eine Plattform intensiv prüfen, bevor es ein Projekt oder ein Unternehmen zur Finanzierung bereitstellt.

Nach der Kampagne: In der Regel sind Sie verpflichtet, nach dem Ende der Kampagne Ihren Investoren regelmäßig über die Fortschritte des Projekts zu berichten.

 

In Zusammenarbeit mit

Karsten Wenzlaff, Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation in sozialen Medien und Mitglied des European Crowdfunding Stakeholder Forums