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Reward-Based Crowdfunding

Diese "klassische" Crowdfundingvariante kann für freiberufliche Kreative und Medienschaffende eine einfache und schnelle Möglichkeit sein, das notwendige Startkapital für ein Projekt oder Werk zu bekommen. Sobald es mit Hilfe des nötigen "Kleingeldes" fertiggestellt ist, kann es kommerziell verwertet werden.

Zweck: Finanzierbar sind vor allem soziale, kulturelle, künstlerische, ökologische Projekte: etwa eine Konzertveranstaltung, die Produktion eines Films oder einer Musik-CD, die Recherche für ein Buch oder auch die Produktion von Kleidung für ein junges Modelabel.

Gegenleistung: Als Gegenwert erhalten die Geldgeber kein Geld, sondern eher ideelle Gegenleistungen wie beispielsweise die Nennung auf der Homepage oder die Zusendung von Eintrittskarten, CDs oder Gutscheinen.

Höchstbetrag: in der Regel offen

Beitragshöhe für Geldgeber: in der Regel Mindestbeitrag: 1 Euro; Höchstbeitrag: abhängig von der Plattform

Sicherheiten: in der Regel nicht erforderlich

Vorgehensweise: Projektplaner müssen dazu animieren, für ein Projekt, eine Gründung oder ein Unternehmen Geld zu geben. Die Geldgeber erwarten dafür zu einem späteren Zeitpunkt eine nichtfinanzielle Belohnung oder Gegenleistung (=reward).

Risiken: Beim Reward-Based Crowdfunding kann es sein, dass Geldgeber die versprochene Gegenleistung nicht erhalten (z.B. ein im Vorverkauf bestelltes Produkt). Dies ist - eher selten - der Fall, wenn ein Unternehmen es nicht schafft, die bestellten Produkte auch herzustellen. Die Geldgeber haben dann nach deutschem Recht die Möglichkeit, ihr Geld zurückzufordern. 

Praxistipps 

Gegenleistungen: Gegenleistungen sind vor allem beim Reward-Based Crowdfunding von Bedeutung. In der Regel sind die angebotenen Rewards eng mit dem zu finanzierenden Produkt oder der Dienstleistung verbunden: Geldgeber können beispielsweise ein Produkt erwerben, bevor es auf dem Markt verfügbar ist. Der Projektinitiator bekommt in diesem Fall ein wichtiges Feedback zur Nachfrage nach seinem Angebot. Diese Pre-Sales sind ein wichtiger Treiber des Reward-Based Crowdfundings. Ihre Gegenleistungen sollten etwas ganz Besonderes sein. Mindestens eine sollte etwas für eine Crowdfunding-Kampagne Einmaliges darstellen  etwas, das nur Ihre Unterstützer bekommen werden. 

Finanzierungsphase: Hier sollten Sie online und offline aktiven Kontakt mit der "Crowd" pflegen. Eine Kampagne für Reward-Based Crowdfunding funktioniert am besten, wenn die Geldgeber erkennen, dass Sie voller Leidenschaft hinter Ihrem Projekt oder Unternehmen stehen. Sie sollten zu diesem Zweck

  • in den sozialen Medien aktiv sein und dabei für die Kampagne werben und deren Öffentlichkeitswirksamkeit erhöhen;
  • Gespräche mit Journalisten, auf Konferenzen, Messen usw. führen;
  • auf Erkundigungen, Vorschläge und Anfragen reagieren.

Nach der Kampagne: Wenn Ihre Mittelbeschaffung erfolgreich verlaufen ist, können Sie nicht einfach nur das Geld nehmen und zur Tagesordnung übergehen.

  • Denken Sie daran, sich bei Ihrer "Crowd" zu bedanken. Bleiben Sie mit denen, die besonderes Interesse an Ihrem Projekt oder Unternehmen bekundet haben, in Verbindung.
  • Sorgen Sie dafür, dass die von Ihnen in Aussicht gestellte Gegenleistung innerhalb der zugesagten Frist all Ihren Unterstützern zugeleitet wird.
  • Vergessen Sie nicht, Steuern zu entrichten. Welche Steuern fällig werden, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater und dem Finanzamt vor Ort klären
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie Ihre Zielsumme nicht erreicht haben. Sie können aus Ihren Fehlern lernen und einen neuen Versuch starten. Fragen Sie Ihre Crowd um Rat, was Sie künftig besser machen könnten.

In Zusammenarbeit mit

Karsten Wenzlaff, Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation in sozialen Medien und Mitglied des European Crowdfunding Stakeholder Forums