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Kultur- und Kreativwirtschaft

Kultur- und Kreativwirtschaft im internationalen Vergleich

In der europäischen Gemeinschaft arbeiten nach Schätzungen der Europäischen Kommission insgesamt 6,7 Millionen Beschäftigte im Kultur- und Kreativsektor (2008) und die Branche hat rund 3,3 Prozent zur Bruttowertschöpfung in der Europäischen Union (2006) beigetragen. (*)

Die Zahl der Unternehmen sowie die Umsätze in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Ländern (Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Niederlande, Vereinigtes Königreich) im Zeitraum 2008 bis 2011 stetig gestiegen. Verloren haben hingegen die Länder, die immer noch stark an den Folgen der Wirtschaftskrise leiden, nämlich Spanien, Italien und Portugal. Deutschland liegt im Jahr 2011 bei der Anzahl der Unternehmen an zweiter Stelle hinter Italien und vor dem Vereinigten Königreich, erzielt jedoch den höchsten Umsatz. Mit fast 1,8 Millionen Beschäftigten ist die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland die größte im internationalen europäischen Vergleich. Allerdings fehlen die Angaben für das Vereinigte Königreich, das im Jahr 2008 gleich hinter Deutschland lag. (**)

Exportquoten der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist sehr viel weniger exportorientiert als die Branchen aus dem verarbeitenden Gewerbe (Chemie, Automobil, Maschinenbau). Nur in der Musikwirtschaft, der Software-/Games-Industrie und im Teilmarkt ?Sonstige? werden Exportquoten von über 10 Prozent erzielt. Insgesamt sind die Exportquoten der Branche in den Jahren 2009 bis 2011 rückläufig.

Der Außenhandel der Branche im internationalen Vergleich

Die Vereinten Nationen (UN) unterscheiden in ihrer "UNCTAD Statistics on Creative Industries" zwischen kreativen Gütern und kreativen Dienstleistungen.
Im Jahr 2011 kamen mehr als ein Viertel aller als kreative Güter klassifizierten Exporte aus der Volksrepublik China. Auch Deutschland hat mit fast sieben Prozent in 2011 einen großen Anteil an den weltweiten Exporten und liegt knapp unter dem Anteil der Vereinigten Staaten (7,6 Prozent) und deutlich oberhalb dem anderer europäischer Staaten.

Für Importe stellen die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von über 20 Prozent den mit Abstand größten Markt dar. Das Vereinigte Königreich und Deutschland folgen mit knapp über bzw. knapp unter sieben Prozent mit einigem Abstand. Der Anteil Chinas liegt, wenn auch leicht ansteigend, nur bei 2,3 Prozent vor Südkorea (1,2 Prozent).

Entwicklung des Außenhandels mit kreativen Gütern

Der Export von Gütern der Kultur- und Kreativwirtschaft hat sich vor dem Hintergrund der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise wenig dynamisch entwickelt. Zwischen 2007 und 2011 wuchsen die weltweiten Ausfuhren durchschnittlich jährlich um 3,7 Prozent. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, gingen die Exporte zurück. Ganz anders in China. Hier sind die Ausfuhren im gleichen Zeitraum um über 13 Prozent im Jahr gestiegen, insbesondere durch den starken Anstieg im Bereich des Design und der visuellen Künste. Auch die Importe kreativer Güter sind in China stark angestiegen, während sie im weltweiten jährlichen Durchschnitt leicht gesunken sind. Deutschland weist mit 1,7 Prozent Importwachstum ähnliche Tendenzen wie andere europäische Länder auf.

Entwicklung des Außenhandels mit kreativen Dienstleistungen

Der Außenhandel mit kreativen Dienstleistungen (Computer- und Informationsdienstleistungen; Lizenzgebühren; personelle, kulturelle, erholungsbezogene Dienstleistungen; andere unternehmensnahe Dienstleistungen) entwickelte sich deutlich dynamischer. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der weltweiten Exporte lag im Zeitraum 2007 bis 2011 je nach Dienstleistungsbereich zwischen 6,2 und 9 Prozent. Insbesondere Frankreich und China haben hier zugelegt. Auch bei den Importen übertreffen China und Frankreich das weltweite durchschnittliche Wachstum von zwischen 2,6 Prozent bis 9,5 Prozent in nahezu allen Bereichen deutlich. Die Werte für Deutschland weisen im Bereich personelle, kulturelle Dienstleistungen sowohl für den Export als auch für den Import ein Minus aus. Die Werte der anderen Bereiche bewegen sich in der Nähe des weltweiten Durchschnitts. 

(*) European Competitiveness Report (2010).
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist international nicht einheitlich klassifiziert. Zur Analyse der internationalen Aktivitäten der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft und für den Vergleich mit anderen Ländern werden unterschiedliche Datensätze herangezogen

(**) Anmerkung: nicht alle EU-Mitgliedstaaten sind hier erfasst.
Quelle: Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2012. BMWi (Hrsg.) 2014